Einladung zu einer Führung durch das akademisch-jüdische Heidelberg

Im Rahmen einer Tagung über jüdische Studenten und jüdische Korporationen, die für die Studenten der Hochschule für Jüdische Studien veranstaltet wird, lädt der AKSt im eigenen Namen sowie im Namen des Hochschulrabbiners Shaul Friberg für Sonnabend, den 20. November, 14 Uhr zu einer themenbezogene Führung unter der Leitung von Rabbiner Pawelczyk-Kissin ein. Auf dem ehemaligen Haus der K.C.-Verbindung Bavaria wird bei Kaffee und koscherem Gebäck Station gemacht.

Die ehemalige Synagoge auf dem Haus des Corps Suevia, Klingenteichstraße 4. Quelle: Stadtarchiv Heidelberg

Alle Studentenhistoriker sind herzlich zur Teilnahme an einer Erkundung durch ein teilweise unbekanntes Heidelberg eingeladen. Ausgangspunkt ist die Hochschule für Jüdische Studien (HfJS) an der Landfriedstraße Nr. 12. Von dort geht es an die Klingenteichstraße, wo sich einst die erste Synagoge Heidelbergs nach dem Ende des Nationalsozialismus befand. Ernste Erinnerungen werden wach beim Betreten des Platzes, auf dem am 17. Mai und 17. Juli 1933 die großen Bücherverbrennungen stattfanden, und wer diese Führung mitmacht, wird danach wohl einen veränderten, einen erweiterten Blick auf die Heidelberger Innenstadt haben.

Vor 101 Jahren auf einer innerstäditschen Straße in Heidelberg: Gruppenbild der zionistisch-jüdischen Verbindung V.J.St. Ivria. Quelle: Sammlung Gerhart Berger

Doch es gibt es auch frohe und ergötzliche Erinnerungen an jüdische Studenten und jüdische Verbindungen, denn ein wesentliches Motiv für die jüdischen Studenten, um sich zu Verbindungen zusammenzuschließen, war immer die pure Freude an der bunten und wunderbaren Welt der studentischen Gesellung. auch heute wird noch Bier ausgeschenkt, wo zum Beispiel einst die Verbindung Ivria tagte, tafelte und sehr ausgelassen feierte – der spätere Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Nahum Goldman, war hier zeitlebens Mitglied. Welche traditionsreiche Heidelberger Verbindung konnte einen britischen Kriegsminister, der ihr Alter Herr war, bereits kurz nach 1945 in Heidelberg auf ihrem Haus begrüßen? Und wo erlernte der Gründer des bis dato wohl bedeutendsten britischen Chemie-Unternehmens seinen festen Stand auf dem Paukboden? Lassen Sie sich überraschen! Da es sich um einen Spaziergang unter freiem Himmel handelt, kann sich jeder anschließen. Zugangsbgrenzungen gibt es nicht.

Das heutige Corpshaus der Thuringia, zugleich das ehemalige Haus der K.C.-Verbindung Bavaria, in der Heidelberg, Hauptstraße 244

Den Schlußpunkt wird das Haus des Corps Thuriniga machen, das einst im Besitz der jüdischen Verbindung Bavaria Heidelberg war. Wir freuen uns sehr, dass eine namhafte Referentin, die Dozentin Dr. Anette Hettinger von der PH Heidelberg, den Teilnehmern der Führung die Lebensläufe der beiden bedeutenden Heidelberger Bavaren Ludwig Marum und Leopold Oppenheimer nahebringen wird. Speziell der Lebenslauf Marums, der als SPD-Politiker im KZ Kislau ermordet wurde, hat den AKSt bereits anläßlich der Tagung im März beschäftigt.

Mehr über das ehemalige Verbindungshaus der Bavaria, das heutige Corphaus der Thuriniga können Sie schon heute hier erfahren. Das ist Grund zur Vorfreude! Bitte haben Sie aber Verständnis dafür, daß wir gegebenenfalls Regularien beachten müssen, die in Zusammenhang mit der Gesundheitsvorsorge stehen.

Herzlich willkommen am Sonnabend, 20. November, um 14 Uhr vor der HfJS, Landfriedstraße 12 in Heidelberg!

Beitragsbild: Platz der Alten Synagoge, Heidelberg. Quelle: Louisiana / Jewiki Free Commons

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