Prof. Raimund Lang beim AKSt: „Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren“

Auf der 80. deutschen Studentenhisotirkertagung hielt der große Kenner studentischen Liedgutes, Professor Raimund Lang, einen vielbeachteten Vortrag, den wir hier zum Nachhören präsentieren können. „Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren“ – dieser Schlager lockt bis heute Scharen von Touristen aus aller Welt nach Heidelberg. Fritz Löhner-Beda schrieb den Text. Weil er jüdischen Glaubens war, verschleppten ihn Nationalsozialisten in die Konzentrationslager Buchenwald und Auschwitz: 1942 wurde er dort ermordet.

Hier ist der Link zum Vortrag von Prof. Lang: https://youtu.be/QHK2oU-qioM

Fritz Löhner-Beda im Jahre 1928, photographiert von Karl Winkler

Der AKSt freut sich, alle studentenhistoriksch Interessierten ab jetzt zu Vorträgen außerhalb des Turnus der Studentenhistorikertagungen einladen zu können. Fritz Löhner-Beda, der Dichter von „Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren“, von unzähligen weiteren Schlagern und vor allem auch bedeutenden Bühnenwerken wie „Die lustige Witwe“ und „Das Land des Lächelns“, wurde am 13. März 2021 in einer Premiere dieses Formates zu Ehren gebracht und aufgrund des großen Interesses am April um 18 h.m.c.t. hier wiederholt. Diese Version haben wir über unseres Youtube-Kanal für Sie hochgeladen.

Notiz am 6. Mai: Aus Urheberrechtsgründen haben wir höchst vorsorglich die Vertonung des 1927 veröffentlichten Liedes „In der Pfalz blühen uns’re Reben“ op. 32 von Jara Benes, zu dem Fritz Löhner-Beda den Text schrieb, unkenntlich gemacht. Die betreffende Passage kommt nach etwas mehr als einer Stunde, bei 1:01 bis 1:04. Im Folgenden sei deswegen der Text von Fritz Löhner-Beda annotiert:

In der Pfalz blühen uns’re Reben“ op. 32 von Jara Benes , Text Fritz Löhner-Beda; zeitgen. Couleurkarte, vor 1950; Sammlung Prof. Dr. Sabine Giesbrecht, CC-BY-SA-NC

Heute Nacht, noch vor dem ersten Hahnenschrei,
Klang ein Lied berauschend an mein Ohr,
Zog ein Schwarm mit hellem Sang und Klang vorbei,
Ich sprang auf und eilte vor das Tor.

Und da kamen sie gezogen, bunte Mützen, buntes Band
Und es klang in den Tag
So wie Lerchenschlag
Durchs erwachende, lachende Land:

   (Refrain) In der Pfalz blühen uns’re Reben,
   In der Pfalz blüh’n die Mägdelein!
   Wer sein Herz dort zum Pfand gegeben,
   Löst es nie und nimmer ein!
   In der Pfalz möcht ich ewig leben,
   Denn dort wohnt die Liebste mein!
   Es lebe die Jugend, es lebe die Liebe,
   Es lebe der perlende schäumende Wein!
   Es lebe die Jugend, es lebe die Liebe,
   Es lebe mein goldenes Mädchen am Rhein!

Ging voran ein Bursch wie eine Tanne schlank,
Blau das Aug‘ und sonnenblond das Haar,
Und ich fühlt‘, als noch das Lied von ferne klang,
Daß auch ich einmal ein Bursche war,

Daß auch ich das Band getragen mit der frohen Kumpanei,
Und mein Herz schlug im Nu
Still den Takt dazu
In den singenden, klingenden Mai:

   (Refrain) In der Pfalz blühen uns’re Reben, usw.

Quellenvermerk zum Beitragsbild: Goethezeitportal, http://www.goethezeitportal.de/index.php?id=6814

„In Basel habe ich den Judenstaat gegründet. Wenn ich das heute laut sagte, würde mir ein universelles Gelächter antworten. Vielleicht in fünf Jahren, jedenfalls in fünfzig, wird es Jeder einsehen.“ Theodor Herzl, Tagebuch, 1897

50 Jahre und knapp neun Monate nach der Niederschrift dieser Worte wurde der Staat Israel gegründet.

Es geht weiter: 4. bis 6. Februar 2022, Basel, Gasthaus Löwenzorn

Jüdische Korporierte: wir bleiben dran! Thematisch wird die Heidelberg-Tagung durch die kommende Studentenhistorikertagung unserer Partner von der SVSt in der Basler Altstadt fortgeführt – passend zu einem 125jährigen Jubiläum, denn am 29. August 1897 begann auf Betreiben Theodor Herzls in Basel der erste Zionistenkongreß. Folgend das Programm der SVSt für die Jubiläumskonferenz 2022:

Benjamin Miller, Bern: Alexander Spengler, Adolph Hirsch und Friedrich von Klinggräff – drei Kommilitonen in der badischen Revolution 1848 (Abendvortrag am Freitag)

Prof. Dr. Matthias Asche, Potsdam: Vom Umgang mit einer Minderheit – das Phänomen studierender Juden vor dem 19. Jahrhundert

Matthias Märkle, Konstanz: Jüdische Studenten bis 1871 – das Beispiel Tübingen

Peter Platzer, Solothurn: Die jüdischen Verbindungen in der Schweiz

Arik Shoihtman, Wien: Die jüdischen Verbindungen in Österreich-Ungarn

Dr. Jürgen Herrlein, Frankfurt am Main: Die Familie Přibram – Prager jüdische Corpsstudenten und ihr Umfeld

Sonntägliche Führung durch das Jüdische Musem der Schweiz mit einer eigenen Sonderausstellung von jüdischen Studentica nebst Erinnerung an das 125-Jahres-Jubiläum des ersten Zionistenkongresses, der in seinen wichtigen Passagen durch den Wiener Kadimaher Theodor Herzl geleitet wurde.

4 Kommentare zu “Prof. Raimund Lang beim AKSt: „Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren“”

  1. Lieber Giselher (Prof. Raimund Lang), werter Martin Laubmann vom C! Thuringia zu Heidelberg, lieber Sigler als Vorsitzender des AKSt!
    Euch allen sende ich ein grosses Dankeschön für die Referate mit Bildern und Tonbeispielen, die ich vorgestern, am 29. April 2021, abends via zoom verfolgen und geniessen durfte. Faszinierend das Lebensbild von Fritz Löhner-Beda, das Giselher hervorragend dargestellt hat und mich als Freund des Operettengenres besonders interessierte. Da ich das Wintersemester 1967-1968 als Verkehrsgast der Turnerschaft Ghibellinia auf deren wunderbarem Haus am Karlsplatz 8 in Heidelberg verbringen durfte, waren die Ausführungen von Martin Laubmann hochinteressant. Ich erfuhr erstmals, dass die T! Ghibellinia ebenfalls an den verwirrlichen Verstrickungen des Hauses des C! Thuringia beteiligt war. Herzlich, Christof Frey, AH der Zofingia Basel

  2. Mit großem Interesse habe ich die Gedenkveranstaltung und den Vortrag von Fbr. Lang verfolgt. Vielen Dank! Wann kann man auch die übrigen Vorträge in dieser Weise abrufen?
    Peter Kaupp Z!
    Burschenschaft Arminia auf dem Burgkeller Jena

    1. Lieber Herr Dr. Kaupp,
      ich freue mich sehr über Ihre Anerkennung. Die Vorträge werden nach und nach über die Webseite abrufbar gemacht, und zwar jeweils in eigenen Arikeln. Hierbei bitte ich um etwas Geduld, denn das alles machen wir ehrenamtlich in unserer Freizeit – drum hier auch ein Dank an unseren unermüdlichen Mann im Schaltraum, den Uttenreuther Sven Gebhard. Außer dem Vortrag von Professor Lang ist bereits ein weiteres Thema derart aufbereitet: das Leben des Heidelberger Badenen Luwig Marum. Hier ist der Link: http://studentenhistoriker.eu/?p=1487
      Mit bestem Dank und ebensolchen Grüßen
      Ihr Sigler, Leiter AKSt
      (am 5. Mai 2021 ergänzt)

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