Jahrhundertjubiläum des AKSt: erste Programmpunkte der Heidelberg-Tagung

Vom 10. bis 13. Oktober 2024 feiert der AKSt seine ersten 100 Jahre im Rahmen der 10. Europäischen Studentenhistorikertagung. Natürlich geschieht dies in der Form einer wissenschaftlichen Konferenz. Glanzvoll, überraschend und voller Heidelberger Studentenromantik – so wird er sein, der Rahmen für die Studentengeschichte, die wir als Teilgebiet der Universitäts- und Bildungsgeschichte im Fach Neue und Neueste Geschichte pflegen. Hier folgen nun die ersten Treffpunkte, auch stehen einige Vorträge thematisch und terminlich bereits fest.

Oliver Mohr: Joseph Anton Mittermaier als Präsident des Vorparlaments der Paulskirche

Stefan Greiwe: Student in Heidelberg – zur literarischen Fiktionalisierung des Korporationslebens in Heidelberger Studentenromanen

Renate Reimann: Der Triglav – eine südslawische Korporation in Graz

Wer hier war, vergißt’s nicht mehr: Ausblick aus der Großen Kneipe des Heidelberger Schwabenhauses

Prof. Dr. Matthias Asche: Zur Geschichte der Universität Heidelberg    

Prof. Dr. Reinhold Reimann: Karl Mullé, 1878 – 1952: Berühmter Sänger zur Gitarre und Betreiber eines beliebten Studenten-Cafés in Graz

Peter Johannes Weber: Der Zofinger Karl Barth und sein Verhältnis zur Königsgesellschaft Roigel Tübingen

Prof. Dr. Martin Dossmann: Philipp Zorn und der Bonner Korporationsfrieden von 1911

Univ.-Doz. Dr. Gerhard Hartmann: 1933 und die Verbandsgründungen in Österreich – Katholische Korporationen im politischen Spannungsfeld

Christian Brändli: Das Paukwesen in der Schweiz

Dr. Harald Pfeiffer: Studentisches Liedgut in Heidelberg

Hier fanden wir keinen Einlaß und hätten so gern getagt: das historische Gashaus Zum Seppel, heute „in partibus infidelium“

Dr. Dr. Gregor Gatscher-Riedl: Biographisches Lexikon jüdisch-nationaler Korporierter“ – Werkstättenbericht zur personengeschichtlichen Forschung im Korporationskontext

Dr. Wolfgang Nüdling: Jüdische Pennälerverbindungen bis 1933

Stand: 29. Februar 2024

Viel verbindet den AKSt mit Heidelberg. Nicht nur, daß Fritz Ullmer, einer unserer Gründer, hier studierte und aktiv war. Auch unsere jüngste Konferenz-Historie weist einen bemerkenswerten Heidelberg-Schwerpunkt auf. Weil das einzige erhaltene und heute noch in seinem Zweck genutzte Haus einer jüdischen Verbindung in Heidelberg steht, fiel unsere Wahl für das Jahr 2021 auf Heidelberg, als wir eine Thementagung über jüdische Korporierte und jüdische Verbindungen für März 2021 konzipierten. Diese Tagung wurde zugleich über das Internet übertragen, von Israel bis in die Ukraine hatten wir Teilnehmer.

Weil die Hochschule für Jüdische Studien, kurz HfJS, in Heidelberg ihren Sitz hat, fragten wir dort an, ob Interesse und Möglichkeit zur aktiven Teilnahme bestünden. Die Antwort war ausnehmend positiv, und der Hochschulrabbiner nahm nicht nur persönlich teil, sondern sang in einer eigens anberaumten, höchst bemerkenswerten religiösen und zugleich studentenhistorischen Zeremonie auch ein El-male-rachamim, das Jüdische Totengebet, für die von Nationalsozialisten verfolgten jüdischen Korporierten und Korporationen. Diese höchst wichtige und würdige Premiere für ein solches Gedenken fand a.d.H. e./w. CC der Suevia statt.

Gedenkzeremonie des AKSt, November 2021: Hochulrabbiner Shaul Friberg von der HfJS singt das El-male-rachamim. Weit über 100 Korporierte sind in Couleur in Heidelbergs Altstadt vor dem Altar der zerstörten Synagoge versammelt.

Im Nachgang fragte der Hochschulrabbiner der HfJS beim AKSt an, ob unsere hybrid veranstaltete Studentenhistorikertagung vom März 2021 auch als Universitätsveranstaltung durchführbar sei. Wir haben uns sehr über diese Anfrage gefreut! Die entsprechende Tagung fand im November 2021 statt, der Rektor nahm teil, die Resonanz großartig. Alles ist ausführlich bei uns dokumentiert. Die Gedenkveranstaltung für die jüdischen Korporierten wurde öffentlich, auf dem Grund der zerstörten Heidelberger Altstadtsynagoge, unter großer Beteiligung von Korporierten in Couleur, geschützt von starken Polizeikräften, in überaus würdiger Weise wiederholt.

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