Deutsches Studentenwörterbuch: Friedhelm Golücke legt Opus Magnum vor

Ein umfassendes Wörterbuch zum Bereich Universitäten, Hochschulen und Studenten legt der Essener Akadpress-Verlag vor. Autor ist der Paderborner Gymnasiallehrer Friedhelm Golücke, in studentenhistorischen Kreisen bestens bekannt, er konnte sich auf eine Reihe kompetenter Mitarbeiter stützen. Und so legen Verfasser und Verlag eine grundlegend neu konzipierte, fünfte Auflage des Wörterbuches vor, das den gesamten akademischen Bereich abdeckt, wie Sebastian Sigler feststellt.

Friedhelm Golücke, im Jahre 2007 photographiert von Annemarie Eikelbaum, Privatarchiv Golücke

Das Deutsche Studentenwörterbuch, das mit der fünften Auflage den Charakter eines vollwerigen Lexikons angenommen hat, umfasst nunmehr vier Bände mit zusammen über 2.100 Seiten, rund 13.000 Stichwörtern und rund 22.000 Verweisen auf weiterführende Literatur. Der Leser erhält eine umfassende Fundgrube an studentenhistorischem Wissen, die der Autor in einen erweiterten sozialen, allgemeinpolitischen, wissenschaftspolitischen und historischen Zusammenhang stellt. Die propädeutische Phase von der Artistenfakultät bis zur Oberstufe des Gymnasiums konnte besonders stark ausgebaut werden. Die in den vorherigen Auflagen ohnehin schon vorbildlich berücksichtigte Studentensprache aus dem akademichen Bereich wurde abermals erweitert. Golücke und seine meist langjährig bewährtenen Mitarbeiter berücksichtigen die studentischen Korporationen als Träger der studentischen Tradition im – weit über seine heutige Ausdehnung hinausgehenden – historischen deutschen Sprachgebiet.

Das Differenzialwissen, das dieses Wörterbuch vermittelt, umfasst die drei zusammenhängenden Gebiete Hochschule, Studenten, Akademiker, und zwar vom zwölften bis zum zwanzigsten Jahrhundert; die Entwicklungslinien sind von ihrer Wurzel bis in Nebenlinien nachvollziehbar, und natürlich wird der Rah¬men dafür durch eine kurze Erklärungen zu allgemeinen geistigen oder politischen Erscheinungen zum besseren Verständnis des Hochschul- und Studentenlebens eingeleitet. Transparent wird auch das soziale und politische Verhalten in Vergangenheit und Gegenwart, das „Privatleben“ der Studenten ist ebenso Gegenstand wie das Brauchtum und die – eigenständige! – Kultur, die sich im Laufe von acht Jahrhunderten im akademischen Umfeld entwickelte. Es handelt sich dabei um das heutzutage fast nur noch von Verbindungen getragene studentische Brauchtum.

Vier Bände, großes Werk: die fünfte Auflage von Friedhelm Golückes Studentenwörterbuch. Bild: akadpress

Das diesem Wörterbuch zugrundeliegende Material ist vielfältig. Es reicht über allgemeine und besondere Nachschlagewerke, Zeitschriften, Monographien bis hin zu Zeitungsartikeln. Besonders wertvoll ist es dabei, daß Friedhelm Golücke auch auf unveröffentlichte Archivalien und persönliche Erfahrungen und Auskünften zurückgreifen konnte, die er in jahrzehntelanger, unermüdlicher Arbeit zusammentrug. Das von Friedhelm Golücke vorgelegte Wörterbuch ist ein Lebenswerk, von dem die akademische Welt – weit über Mitteleuropa hinaus – über viele Jahre hinweg profitieren wird. Gerade vor dem Hintergrund, daß auch die die Studentensprache von Verarmung und stellenweise vom Aussterben betroffen ist, stellt diese Veröffentlichung eine kulturelle Großtat von bleibendem Wert für die über 800 Jahre alte, ganz Europa betreffende akademische Welt dar.

Golücke, Friedhelm, Studentenwörterbuch, 5. deutlich erweiterte Auflage, Essen 2018, vier Bände, rund 2.100 Seiten, in Echtleinen geb., SU, zus. 165 Euro. Wenn Sie sich bei Ihrer Bestellung auf die Webseite www.studentenhistoriker.eu oder auf den AKSt – den Arbeitskreis der Studentenhistoriker – berufen, erhalten Sie alle vier Bände zu einem Sonderpreis von 120 Euro zzgl. 10 Euro für den Paketversand; Bestellungen bitte an: info@akadpress.de oder Telefon (0201) 435541-00.

Auch in der Privatbibliothek des AKSt-Leiters darf das Werk nicht fehlen.

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