„Der Kurier des Kaisers“ – Othmar Alfred von Slawik, Corps Ottonen Wien

Als Legitimismus wird eine politische Richtung in Österreich verstanden, deren Mitglieder die Habsburger auch nach deren Thronverzicht als rechtmäßig anerkannten und eine alsbaldige Rückkehr der k.u.k.-Monarchie anstrebten. Diese Legitimisten gründeten ab 1920 eine ganze Reihe von Verbindungen an den Universitäten, die zum Habsburgerreich gehört hatten. Diese waren später, wie auch der Thronfolger Otto v. Habsburg selbst, unter den schärfsten Gegnern des Nationalsozialismus zu finden. Die Aktiven des legitimistischen Corps Ottonen bildeten sogar eine arkane Widerstandsgruppe. Othmar von Slawik gehörte zu den profiliertesten Vertretern der Ottonen. Peter Platzer hat ihn und sein legitimistisch-studentisches Umfeld im Tagungsband Bonn 2018 des AKSt portraitiert.

Studentische Silhouette der Rodensteiner in Fribourg: Scherenschnitte von Othmar von Slawik – das Band des Corps Ottonen ist deutlich erkennbar

Den meisten Völkern der habsburgischen Doppelmonarchie war bis knapp vor dem Jahr 1918 der Gedanke einer Loslösung von Wien völlig fremd. Man kämpfte nicht gegen, sondern um die Macht im Staat. Dies änderte sich mit der Zerschlagung der Donaumonarchie, die vor allem von Woodrow Wilson mit seinem 14-Punkte-Plan stark gefördert wurde. Die nichtdeutschen Völker der Monarchie erhofften sich nun Selbstbestimmung.

Am 11. November 1918 verzichtete Kaiser Karl I. auf seinen Anteil an den Regierungsgeschäften und er­klärte sich im Voraus mit der Entscheidung einverstanden, die das österreichische Volk über die künftige Staatsform treffen werde. Am 12. November 1918 rief der deutsch-österreichische Natio­nalrat in Wien die Republik aus und verkündete zugleich den Anschluss des nun Deutschösterreich genannten Staates an die deutsche Republik. Mit dem Inkrafttreten des Staatsvertrages von Saint-Ger­main per 16. Juli 1920 wurde diese Anschlusserklärung des deutsch­öster­reichischen Nationalrates hinfällig – bereits ein volles Jahr zuvor, am 21. November 1919, war der Name Deutsch­österreich bereits in Republik Österreich umgewandelt wor­den.

Dies bedeutete aber keineswegs die Einstellung sämtlicher Propagan­da für einen Anschluss an das Deutsche Reich und lo­kale An­schlussabstimmungen endeten überall mit einer grossen Mehr­heit für diesen. Die Sozialdemokraten bekannten sich in ihrem „Linzer Programm“ zu dem „mit friedlichen Mitteln er­strebten den Anschluss an die Deutsche Republik“. Die beiden deutschnatio­nalen Parteien, die Großdeutsche Volkspartei und der Land­bund, hatten ähnliche, eindeutig formulierte Sätze in ihren Pro­grammen, nur die Christlichsoziale Partei drückte sich in einem Beschluss vom 29. November 1926 vorsichtiger aus.[1]

Legitimismus

Nicht alle waren damit einverstanden, sondern es gab auch jene, die immer noch etwas für Gesamt-Österreich übrig hatten und den Anschluss an Deutschland dezidiert ablehnten, vor allem aber die Republik als illegal betrachteten, weil sich Kaiser Karl nur unter der Voraussetzung der Staatsgeschäfte begeben hatte, dass eine Volksabstimmung über das weitere Schicksal Öster­reichs entscheiden sollte.[2] In der ersten Phase dieser legitimistischen Bewegung bildeten sich einzelne Zentren, die vorerst keinen Kontakt zueinander hatten und so keine geschlossene Front gegenüber der unerwartet und plötz­lich hereinbrechenden Revolution bilden konnten. Im Dezember 1918 sammelte Oberst Gustav Wolff im Militärgagistenverband einen Kreis von Gleichgesinnten,[3] unter denen sich Karl Baron Werk­mann, der letzte Sekretär Kaiser Karls, und Hauptmann a. D. Erwin Drahowzal befanden. Beide tauchten später bei den legiti­mistischen Studentenverbindungen auf.[4]

Im Frühjahr 1920 bildete sich im Palais Berchtold ein Adels­kreis um den Linienschiffskapitän i. R. Johannes Prinz von und zu Liechtenstein, aus dem das „Wiener Casino“ hervorging, das sich 1921 mit dem „Bund der Österreicher“ zum „Reichsbund der Österreicher“ vereinigte.[5] Präsident des Vereines war nach Prinz Liechtenstein der Generaloberst d. R. Viktor Graf Dankl, der schon vorher durch ein Handschreiben der Kaiserwitwe Zita zum offiziellen Führer des Legitimismus ernannt worden war. Geschäftsführender Vizepräsident war Ernst Freiherr von der Wense. 1924 wurde Friedrich von Wiesner Vizepräsident des Reichsbundes und 1926 Baron Hans-Karl Zessner-Spitzenberg.[6] Auch diese fünf Personen trugen Bänder von legitimistischen Verbindungen.[7]

Der Legitimismus war keine Massenbewegung,[8] er hatte zwar Anhänger in allen sozialen Schichten, jedoch drei Gruppen spielten die Hauptrolle: Offiziere, Adel und katholische Akade­miker.[9] Allen war eine Welt zusammengebrochen, für die sie ge­lebt und gekämpft hatten; eine Welt, die ihnen Ordnung, Sicher­heit und Brot gegeben hatte, die jetzt einfach nicht mehr bestand. Es waren für die Anhänger der Monarchie nebst ide­ellen auch materielle Momente bestimmend sich zu sammeln. Die materiel­len Momente hatten damals Gewicht, denn das Ende des Ersten Weltkrieges hatte ein ausgeblutetes, verelendetes und in seinen wirtschaftlichen Kräften schwer getroffenes Land hinterlassen.[10]

Legitimistische Verbindungen

Auf der einen Seite nahmen die Kösener Corps, auf der anderen Seite die Studentenverbindungen des österreichischen Cartell­verbandes nach dem 12. November 1918 mit wenigen Ausnah­men überraschenderweise den Standpunkt „der gegebenen Tat­sachen“ ein. Dies obwohl vorher man sich voll und ganz zum Kaiserhaus und der monarchistischen Staatsform bekannte. Nicht alle Jungakademiker waren aber mit dem abrupten Gesinnungsumschwung einverstanden und so schlossen sie sich mit Kommilitonen ihrer Weltanschauung in einem Verband cou­leurstudentischer Prägung zusammen. Bereits am 20. Juni 1920 wurde eine legitimistisch orientierte „Deutsch-christlich-akade­mische Verbindung Wasgonia“ mit den Farben schwarz-blau-gold[11] – rote Perkussion und graue Samtmütze – gegrün­det.[12] Diese Verbindung vereinigte zunächst schlagende und nicht­schlagende Studenten sowie auch Angehörige beider christ­lichen Konfessionen.

Diese Verschiedenartigkeit innerhalb einer Korporation war immerwährender Anlass zu Meinungsverschie­denheiten, die zu Austritten und Abspaltungen führten. Am 1. April 1922 grün­de­te Wasgonia als Tochterverbindung die „Deutsch-akademisch-konservative[13] Verbindung Wikinger“ mit den Farben gold-schwarz-blau, die von Beginn an Mensuren schlug. Dies traf auch auf eine weitere Tochterverbindung zu, die am 26. August 1922 gegründete „Deutsch-Akademische Verbindung Ottonen“ mit den Farben schwarz-gold-grün.

Absolventen des Kalksburger Gymnasium gründeten am 2. September 1922 die „Deutsch-katholisch-vaterländische Ver­bindung Karolinger“ mit den Farben schwarz-gold-blau. Die Ka­rolinger mussten schon am 24. April 1923 suspendieren, wurden aber zu einem späteren Zeitpunkt reaktiviert, der jedenfalls vor 1929 lag. 1932 trat eine Anzahl an Studenten bei diese ersten Verbindung Karolinger aus und bildeten das „Akademische Corps Karolinger“ mit den Farben rot-schwarz-gold. Der katholische Teil der Wasgonia bemühte sich nun, eine katholisch-legitimistische Verbindung zu gründen. Mit einer Runde von Maturanten der Realschule Ottakring hob man am 15. November 1922 die „vaterländisch-katholisch-deutsche aka­demische Verbindung Maximiliana“ mit den Fraben grün-schwarz-gold aus der Taufe.[14]

Am 22. März 1923 wurde als Sammelbecken für Hoch- und Mittelschüler die „katholisch-vaterländische Studentenverbin­dung Habsburg-Lothringen“ gegründet, sie trug schwarz-gold-rotes Band mit goldener Perkussion und kaisergelbe Samtmütze. Am 7. März nannte man sich in „Katholisch österreichische Lands­mannschaft“ um. Um sich als reine Hochschulverbindung zu de­klarieren, stiftete man als Tochterverbindung die „Katholisch österreichische Landsmannschaft Tegetthoff“ als Mittelschulver­bindung. Aufgrund besonders guter Beziehungen zwischen Ma­ximiliana und Habsburg-Lothringen fusionierte man am 9. Juni 1927 zur „Katholisch-österreichischen Landsmannschaft Maximi­liana“, rot-schwarz-gold mit grüner Perkussion und grü­nen Mützen. Maximiliana eröffnete in den Folgejahren einige Toch­terverbindungen: 1933 KÖL Starhemberg (grün-schwarz-gold), 1934 KÖL Austria-Salzburg (weiss-schwarz-gold), 1936 KÖL Ca­rolina (blau-schwarz-gold).

Und es gab eine ganze Reihe von Corpserklärungen. Von monarchistisch ge­sinnten ehemaligen Offizieren um Johannes Prinz von Liech­tenstein wurde am 16. Oktober 1920 der akad. Verein „Alt-Öster­reich“ gegründet, der 1921 zu einem Corps (blau-schwarz-gold) umge­wandelt wurde.[15] In Graz wurde 1921 die Danubia (schwarz-gold-violett) gegründet, die jedenfalls zeitweise auf dem legiti­mistischen Standpunkt stand.[16] Wasgonia wandelte sich 1925 zum Corps um, die Ottonen 1926. Im Frühling 1929 wur­de das „Corps Woelsungen“ aus der Kath. Deutschen Burschen­schaft Wiking heraus gegründet.

Das Corps Ottonen[17]

Am 26. August 1922 wurden durch die ehemaligen hochdeko­rierten österr.-ungar. Offiziere Hauptmann a. D. stud. phil. Erwin Drahowzal, Dragoneroberleutnant a. D. stud. phil. Karl Burian und stud. agr. Oskar Kozurik,[18] Oberleutnant des Ulanen-Regiments a. D., Othmar von Slawiks Verbindung, die „Deutsch-Akademische Verbindung Ottonen“, als zweite Tochterverbindung der Wasgonia gestiftet. Drahowzal, Burian und Kozurik waren schon unter den Gründern des Wasgonia. Und von dort kamen auch die ersten Chargierten: med. Leopold Potnik, jur. Franz Schidler und jur. Franz Tjuka.

Das Corps Ottonen am 2. Juni 1930; von Slawik ist Sechster von links.

Es gab natürlich auch eine erste Tochterverbindung, die Wikinger. Während diese ge­gründet wurde, um Partien zu erhalten, weil die legitimistischen Verbindungen von den anderen schlagenden Corporationen kei­ne bekamen, zeigt die Gründung der Ottonen mit den legitimi­stischen „Schwergewichten“, die alle das Band der Wasgonia zurückgaben, dass innerhalb der Wasgonia die politische Aus­richtung stark umstritten gewesen sein dürfte.

Die Ottonen waren von Anfang an strikt legitimistisch und blieben es auch. Der Name soll nach dem ehemaligen Kronprinzen Otto gewählt worden sein. Kaise­rwitwe Zita stimmte mit Handschreiben vom 11. Janu­ar 1926 der Führung des Namens „Ottonen“ sowie der Aufnah­me der österreichischen Kaiserkrone und des Doppeladlers in das Corpswappen ausdrücklich zu. Die Corpserklärung er­folgte am 20. November 1926, dem Geburtstag Ottos von Habs­burg. Dadurch wurde auch öffentlich das Bekenntnis für Kaiser und Reich kundgetan, da nach der Tradition von 1783 der jewei­lige rechtmässige Landesherr Allerhöchster Corpsinhaber ist. Neben den üblichen Veranstaltungen einer Corporation fanden Kaiser­kommerse und Geburtstagsfeiern für die beiden Kaiser Franz Jo­seph und Karl, später auch Feiern für Otto von Habs­burg statt. Auch nahm man an Veranstaltungen legitimistischer Organisa­tionen teil.

Die Ottonen wollten die legitimistische Sache vorantreiben. Dazu hatten sie bereits am 18. Oktober 1923 den Wiener S. C. gegründet, am ersten Jahrestag der Gründung der Ottonen. Am selben Tag erklärte man sich für konservativ. Beim Wiener S. C. mitgemacht haben dürften nur die Wikinger – Wasgonia war nur renoncierendes Mitglied. Doch der Bruch kam bald. Wasgo­nia warf den Ottonen vor, mit deren Gründung ihr die besten Elemente entzogen zu haben. Wikinger und Ottonen hielten da­für fest, dass Wasgonia nicht den legitimistischen Grundsät­zen genügen würde. Im September 1924 zog Wasgonia das Ge­such als renoncierendes Corps zurück.[19] Ottonen hatten nie viel gegen Wasgonen gefochten.[20] Die Wikinger fochten ab 1926 gegen Was­gonen nur schwarz, was einer Auflösung des Paukverhältnisses gleichkommt. Die Wikinger selber traten 1928 dem Wiener Waf­fenring, einem deutsch-national geprägten Zu­sammenschluss, bei, was die Änderung der politischen Einstel­lung bedeutete.[21] Die Ottonen hatten damit nur mehr das Grazer Corps Danubia mit dem ein Gruss-, Vorstellungs- und Paukver­hältnis bestand. Mit der Gründung des Corps Woelsungen 1929 erweiterte sich der Kreis. Schon etwa 1934 wurde aber deren Akti­vitas aber wegen na­tionalsozialistischer Umtriebe von der eigenen Altherren­schaft ausgeschlossen.[22] Die Aktivierung der Karolinger 1932 brachte auch nicht viel, denn mehr als drei Jahre konnte der Aktiv­betrieb nicht aufrechterhalten bleiben.

Mit dem Corps Palaio-Austria beziehungsweise später dann Athesia dürfte nur ein oberflächliches Gruss- und Paukverhältnis bestanden haben.[23] Die Ottonen hatten von Anfang an einen Fechtboden und schlugen Mensuren, bevor sie sich „konservativ“ nannten. Sie kamen auf gut 100 Mensuren, haben auch Duelle gefochten und selbst ein Pistolenduell fand statt.[24] 1929 geriet man zunehmend in Nachwuchsprobleme, was man durch die Aufhebung der Verpflichtung zur Bestimmungsmen­sur lösen wollte, weil es wichtiger war, „dem Grundgedanken zum Siege zu verhelfen“.[25] 1931 wurde der W.S.C. aufgelöst. 1933 wollte daher das Corps Ottonen in den Wiener S.C. – den Zusammenschluss der li­beralen, also nicht völkischen Corps – eintreten. Die beiden ersten Anerken­nungspartien wurden gefochten, die dritte zog sich in die Länge beziehungsweise sie fand nie statt,[26] dies wohl auch, weil der Mitgliederman­gel bei den Ottonen inzwischen gravierend war. 1935 wurden die Chargen auch offiziell durch Alte Herren besetzt.

Und dann war es Zeit, zu handeln. Die zögerliche Haltung des österreichischen Bundeskanzlers Kurt von Schuschnigg, das öffentliche Auftreten von SA und SS, die eigentlich verboten waren, schließlich die Nachricht, dass Himmler in Wien gelandet sei – all dies veranlasste den Ottonen-Senior Klein, am 12. März 1938 einen außerordentlichen Convent ein­zuberufen, der mehr als gut besucht war. Klein stellte den An­trag das Corps aufzulösen und in den Untergrund zu gehen. Der Convent stimmte zu und wählte als Chef der Untergrund-Organisation Karl Burian.[27]

Die Gruppe Burian als arkane Widerstandsorganisation

Karl Burian als aktiver Ottone

Von den rund 70 Mitgliedern der Ottonen machten 50 im Wider­stand mit. Der innere Kern dieses Kreises bestand aus Josef Vik­tor Wotypka, Ludwig Krausz-Wienner, Erwin Draho­wzal, Josef von Krinninger, Julius Kretschmer und Rochus Kosak.[28] Es wur­den aber auch andere Ottonen zu Aktionen des Widerstands bei­gezogen. Zu diesen gehörten Paul Wernberger, Dr. Kary,[29] Otto Schwarz und Wolf­gang Kunitzer.

Dem letzten Senior des Corps, Willy Klein, gelang es nach Verhaftung, Verhör und glücklicher Freilassung nach Frankreich zu fliehen, wo er dem obersten Bandinhaber, Otto von Habs­burg, umfassend Bericht erstattete.[30] Dieser übertrug der Gruppe Burian die Aufgabe, die gesamte illegale monarchistische Tätig­keit zu organisieren und zu koordinieren.[31]

Burian übernahm den inneren Kern und machte daraus das „Zentralkomitee“. Neben dem Verfassen und Verteilen von nazi­feindlichen Flugblättern begann man mit dem Aufbau der Orga­nisation. Rochus Kosak konnte den griechischen Generalkonsul Michael Georg Koimtzoglou gewinnen, der Sichtvermerke für Angehörige von Ottonen, die schon flüchten mussten, besorgte, der aber auch seine Adresse als Tarnadresse für die Gruppe zur Verfügung stellte. Kosak nahm auch Kontakt mit einer weiteren monarchistischen Widerstandsgruppe, der Gruppe „Hebra“,[32] sowie einer illegalen Organisation der Tiroler Landesschützen auf. Josef Krinninger und Ludwig Krausz-Wienner besorgten die Kontakte in die Tschechoslowakei zu einem Karl Friediger und zu Baron Franz McEnnis, einem Ottonen, und Krinninger be­schäftigte sich auf seinen Reisen mit der Berichterstattung und der Kontaktpflege.[33] Julius Kretschmer stellte Flugblätter gegen die Nazis her und verteilte diese. Hierzu konnte er auf einen kleinen Ring an Unterstützer zählen. Das Sammeln von Geldern und Zeitschriften, die vom Ausland hereinkamen, sollten an die diversen Gruppen verteilt werden, ohne dass diese wussten, wo­her diese stammten.[34] Burian und auch Drahowzal sollten Mili­tärpläne und Informationen besorgen. Am Ende kam die Idee auf, das Hotel Metropol, den Hauptsitz der Gestapo, in die Luft zu jagen.[35]

Die Tätigkeiten dauerten nicht lange. Ein Verräter, der di­rek­ten Zugang zur Widerstandsgruppe (und zur Gestapo) hatte, beendete alles. Das Corps Ottonen hatte seit 1934 einen Ver­kehrsgast, der beim ausserordentlichen Auflösungs-Convent und sogar bei Mensuren anwesend war.[36] Es handelte sich um Rudolf Materna, einen angeblichen ehemaligen k.u.k. Offizier, Angestellten bei der ungari­schen Botschaft sowie tätig im Nach­richtendienst in Wien. Erstaunlich war, dass Karl Burian immer wieder auf Materna zurückgriff, obwohl schon durch Willy Klein bekannt war,[37] dass Materna ein Verräter war.

Im Oktober 1938, innert weniger Tage, verhaftete man das Zentralkomitee inklusive die Ehefrau von Krinninger, weil sie beim Schriftverkehr mit Othmar von Slawik beteiligt war. Ande­re Ottonen wurden ebenfalls verhaftet, aber nicht angeklagt, oder konnten sich durch Flucht entziehen. Am 9. Dezember 1943 wurden die Strafen ausgefällt:

  • Burian zu Tode,
  • Wotypka zu vier Jahren Zuchthaus,
  • Krausz-Wienner zu acht Jahren Zuchthaus,
  • Kosak zu fünf Jahren Zuchthaus,
  • Kretschmer zu drei Jahren Zuchthaus,
  • Krinninger zu sechs Jahren Zuchthaus,
  • Martha Krinniger zu zwei Jahren Zuchthaus[38].

Das Todesurteil gegen Karl Burian wurde am 13. März 1944, dem sechsten Jahrestag des Einmarsches der Nationalsozialisten in Österreich, „wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Lan­desverrates“[39] im Wiener Straflandesgericht vollstreckt – und zwar mit dem Fallbeil.[40] Im entsprechenden Volkgerichtsurteil taucht der Name „Othmar Slavik“ (sic!) 18 mal auf, obwohl er kein Be­schuldigter war.

Othmar Alfred von Slawik[41]

Slawik wurde am 16. April 1909 in Zlozcow in Galizien geboren. Sein Vater Hila­rius war Berufsoffizier und ebendort stationiert. 1914 ist er in Czerno­witz nicht nachzuweisen, indessen später scheint er als Schrei­ber [42] und Verwalter auf,[43] wohl deshalb, weil er sich weigerte, in die rumänische Armee einzutreten. Dafür scheint er aber 1927 in der Matrikel der Universität Wien als Hauptmann im Ruhestand auf – diesmal wieder mit Wohnsitz Czernowitz.

Othmar von Slawik als Präsident der Rodensteiner Fribourg (mittig, mit Fahne) im Sommersemester 1934 am Eidgenössischen Schützenfest in Fribourg.

Othmar von Slawik, der Sohn, war römisch-katholisch, deutscher Muttersprache und im Jahre 1927 jedenfalls rumäni­scher Staatsbürger,[44] die Heimatzu­ständigkeit war Czernowitz beziehungsweise Cernauti, wie es damals hiess. Er besuchte die Volksschule in Wien, was dazu passt, dass auch sein Vater ab 1914 nicht in Czernowitz aufscheint. Das Gymnasium absol­vier­te er in Czernowitz.[45] Nach der Erlangung der Hochschulreife immatrikulierte er sich im Wintersemester 1927/28 an der Hoch­schule für Welthandel in Wien.[46] Nach zwei Semestern meldete er sich nach Rumänien ab.[47] Im WS 1929/30 immatrikulierte er sich von neuem bis und mit dem Sommersemester 1930, wobei er sich schon im Winter­seme­ster 1928/29 in Wien aufgehalten hatte. Zu Beginn des Winter­semesters 1929 trat er ins Corps Ot­to­­nen ein, wohl zusammen mit Ussy Kretschmer, Nikolaus Suschko und Siegfried Czapka.[48]

Am 6. Juli 1930 schlug von Slawik im Rahmen einer PP-Suite eine Partie gegen den Grazer Danuben von Gironcoli.[49] Er war auch Erstchargierter der Ottonen,[50] und zwar für das WS 1930/31, wobei er frühzeitig, am 26. Februar 1931, dechargierte.[51] Mehr ist über seine Aktivzeit nicht bekannt. Die Kontakte zum Corps Ottonen blieben aber bestehen. Namentlich am General­convent vom 12. März 1938, wo das Corps beschloss, sich aufzu­lösen und in den Untergrund zu ge­hen, sollte er anwesend sein.[52]

Zunächst aber wechselte er im Wintersemester 1930/31 die Universität – er ging nach Fribourg.[53] Die Beweggründe dafür sind unbekannt. Dort trat er am 15. Juni 1931 in die „Studenti­sche Vereinigung der Rodensteiner“ als i. a. C. B. des Corps Ot­tonen ein.[54] Eine Partie schlug er nicht, trat aber als Testant auf.[55] Bei den Rodensteinern versah er ein ganzes „Chargen­regiment“. Er übernahm im WS 1931/32 und SS 1932 alle Char­gen, im WS 1932/33 war er xx und xxx, im WS 1934/34 x, im SS 1934 versah er wiederum alle Chargen und im WS 1934/35 war er wieder x.[56] Im Wintersemester 1935/36 fungierte er als Testant bei einer Mensur.[57] Am 15. Februar 1936 wurde er zum AH ernannt. Im­matrikuliert war er aber nur noch im SS 1934, dann legte er die Schlussprüfung ab. Sein Studium beendete er offiziell am 22. Ja­nuar 1938 mit der Promotion. Der Titel seiner Dissertations­schrift war „Der Holzhandel und die Sägeindustrie der Bukowi­na“.[58]

Privat gab es für von Slawik einige Veränderungen. Im Juni 1933 kam seine Tochter Elisabeth zur Welt,[59] am 15. Juli 1933 hei­ratete er deren Mutter Elisabetha Adolfine Isch,[60] die aus Solo­thurn  stammte.[61]  Er  wohnte  anfänglich  während der Woche in Fribourg, am Wochen­ende in Solothurn an der Gur­zelngasse 12.[62] Ab 2. Au­gust 1934 war der gemeinsame Wohnsitz der Ehe­leute an der Hauptgasse 7. Diese Adresse blieb sein offi­zieller Wohnsitz bis zum 2. Mai 1939, dann meldete er sich nach Zürich ab. Dort ver­blieb er ein halbes Jahr, um sich nunmehr nach Frank­reich abzumelden.[63]

Gegenüber den Rodensteinern meldete sich Slawik 1935 ab, weil er im Heimatland sein Militärjahr zu absolvieren habe.[64] Effektiv war er 1936 in Wien,[65] um im November nach Cernauti [66] oder Cacica [67] zu gehen, wo er bis Dezember 1937 den Militär­dienst absolvierte. 1938 war er für zwei Monaten in München, um eine Fachschule für Reklame- und Modezeichnen zu besu­chen; da­nach kehrte er nach Solothurn zurück.[68] Für die Jahre nach 1942 ist nicht mehr feststellbar, wo er sich aufhielt – er ist de facto für ein Jahrzehnt ver­schollen. Auch über Solothurn war er nicht mehr zu errei­chen, was insofern nicht erstaunlich ist, als seine Ehe 1943 ge­schieden wurde – immerhin das ist aktenkundig. Auch der Tarnname, unter dem er in der Wehrmacht diente, um der Verfolgung als österreichischer Widerstandskämpfer zu entgehen, ist jüngst bekanntgeworden: Otto Spitzmüller.[69]

„Der Kurier des Kaisers“

Othmar von Slawik scheint von Anfang an als Kurier, als Schalt­zentrale zwischen der Gruppe Burian und Otto von Habsburg, teilweise auch Willy Klein, eingesetzt worden zu sein. Seine Funktion war es, die Anweisungen von Otto von Habs­burg an die Gruppe bzw. an Karl Burian weiterzuleiten, und im gleichen Sinne Informationen an Dr. Otto von Habsburg zu liefern.[70] Ein anderer, nicht unwichtiger Punkt war, dass er der Geld­beschaffer für die Gruppe war.[71] Woher das Geld kam, ist nicht ganz sicher, jedenfalls dürfte man für die Information, die man besorgte, von den dementsprechenden Geheimdiensten, dazu gehörte auch der polnische, Geld erhalten haben. Er benützte hierfür auch eigenes Geld.[72] Anfänglich dürfte er noch selber das Geld überbracht haben, später überliess er dies seinem Schwager Paul Isch.[73] Er schrieb deshalb am 25. August 1938 an Karl Burian:

Lieber I.[74]!

Du kennst meine Schrift und weißt, wer ich bin, Bertha Moni.[75] Ich kann nicht mehr kommen[76] und schicke Dir deshalb einen Mann, der mein volles Vertrauen hat, und als dipl. Courrier gedeckt ist. Ich hoffe, dass es dir den Verhältnissen entsprechend angepasst gut geht und sollte Dich herzlichst von Petit[77] grüßen, mit dem ich eine Woche bei­sammen war: Nun zu uns und in Kürze folgendes: Der einzige Weg zu unserem Ziele ist der militärische Zusammenbruch unseres Feindes bzw. seine militärische Unterhöhlung. Dies ist die Meinung des Chefs und natür­lich auch unsere. Ich verlange von Dir, daß Du auch in dieser Bezie­hung alles tust. Übergib dem Courrier ein Schreiben an mich, in dem Du ausführlich sagst, was Du heute und in Zukunft liefern kannst. Du wirst es ja am besten beurteilen können. Ich sorge dafür, dass die Orga­ni­sation Geld bekommen wird. Weihe niemand ein, am allerwenigsten Baldi[78] und verbrenne den Brief. Aber schweige, schweige, denn nur das ist Sicherheit. Ich persönlich tue, was Du von mir verlangt hast und erwartest. Ich hoffe, daß wir bald daran gehen können, Material in die Alpen zu schicken. Schreibe mir bitte auch, wer Koim[79] ist und wie weit verlässlich. Das beste ist, Du gibst sofort eine Probe von dem, was Du in der Hand hast, dem Courrier und wegen Geld mache Dir keine Sorgen.[80]

Am 4. Oktober 1938 sandte von Slawik eine weitere Nach­richt an Burian. Deutlich ist auch hier erkennbar, dass sich beide höchst konspirativ verhielten.

Lieber Berger!

Vor allem den tiefsten Dank und die besten Wünsche des Chefs, von dem ich am 30. September empfangen wurde. Er ist sicherlich das ein­zige Ideal, das unser Leben lebenswert macht. Die außenpolitischen Er­folge des III. R. haben wenig zu besagen, die Lage im Innern wird da­durch nicht besser. Halte aus, es ist des Chefs einziger Wunsch. Bei der nun sicher folgenden Volksabstimmung ist ohne Ausnahme, um nie­manden zu gefährden mit „ja“ zu stimmen. Jede Propaganda in dieser Richtung hat erst 3 Monate zu ruhen. Erst nachher setzt von Böhmen aus die Propaganda für die Wiederherstellung der Integrität der Länder der Wenzelskrone im Rahmen Oest. ein. Keine Bindungen mit den Kommunisten eingehen, der Chef hält die für gefährlich und will es nicht. Hauptsächlich sage aber allen, daß kein, aber gar kein Grund be­steht den Mut zu verlieren, wir gewinnen sozusagen täglich an Boden und die Erfolge, die ihr nicht wissen könnt, sind geradezu erstaunlich.

Nun zum andern. Auch hier vielen Dank. Nur hättest Du besser getan, das handgeschriebene Dokument überhaupt nicht zu übergeben, da Dein Gewährsmann[81] Dir leider ein Fantasieprodukt geliefert hat, das den Wert des anderen wahrscheinlich stimmenden sehr herabsetzt und das Vertrauen schädigt. Kümmere Dich um gar nichts mehr in Berlin und konzentriere Dich streng auf Oester. Und auf das, was Du selbst kontrollieren kannst. Samstag, den 8. Oktober abends besucht Dich Marie [82] und bis dahin bitte ich Dich um die unbedingte und genauste Erledigung der nachfolgenden Aufgaben – deshalb, weil sie zum Groß­teil kontrolliert werden können und das Vertrauen wiederherstellen sollen. Solltest Du bis dahin auch Nachrichten aus Berlin haben, so übergib sie bitte gleichfalls aber nach genauester Kontrolle. Paul über­bringt Dir RM 500.-. Es geht nicht anders, bald bekommst Du aber mehr. Aufgaben: (…)[83] Sei mir bitte nicht bös über soviel Arbeit, aber daran ist das schlechte Dokument schuld. Nun nochmals Hals und Beinbruch und führe diese Aufgabe genau durch, es muß sein und Du wirst es begreifen. Viel­leicht dauert es noch 6 vielleicht noch 10 Monate, aber dann gehört Oestrr. uns. Heil K.u.R [84]

Servus – Immer Deine Berthie. [85]

Man kann zweifellos erkennen, dass sich Othmar von Slawik voll und ganz der Sache verschrieben hatte und auch daran glaubte. Seine Position scheint auch nicht ganz unwichtig gewe­sen zu sein, denn die Anweisungen waren nicht nur eindeutig, sondern auch präzise.

Eine weitere wichtige Funktion bestand in der Kontaktpfle­ge zum polnischen Geheimdienst. Während der Kontakt zum fran­zösischen Geheimdienst direkt über Paris lief, wurde derje­nige zum polnischen Geheimdienst praktisch von Anfang an über die Schweiz abgewickelt. Othmar von Slawik hat mit dem Agenten­namen „Georg“ für die Polen gearbeitet – mit Zustim­mung von Otto von Habsburg.[86] Der Kontakt ergab sich über sei­nen Roden­steiner-Leibfuxen Leo von Zaleski, der bei den polni­schen Ge­sandtschaften in Basel und Genf arbeitete. Ansprechsta­tion war der polnische Ehren-Attaché der Botschaft Bern und Geheim­dienstmann Gabrynowicz. Othmar von Slawik hat sich mit ihm mehrere Male getroffen. Als von Slawik selbst nicht mehr nach Österreich konnte, wurde Gabrynowicz zum Über­bringer seiner Nachrichten.[87]

1939 geriet von Slawik in die Mühlen der Schweizer Polizei. Er hatte in Solothurn mit seiner Meinung nie hinter dem Berg ge­halten. Am sonnabendlichen Stammtisch in der „Krone“ gab er sich klar als Legitimist zu erkennen und er nahm deutlich Stel­lung gegen das damalige Deutschland. Das gefiel einem Stamm­besucher namens Alfred Kohler nicht, der von seinem deutschen Schwager Dr. Mellmann aus Duisburg auch Informa­tionen über die Spionagetätigkeit bekam. Alfred Kohler denun­zierte nun von Slawik im März 1939 bei der Polizei und nachher bei der Bun­desanwaltschaft wegen legitimistischer Umtriebe. Die Anzeige führte zu Befragungen, namentlich nach seinem Wohnungs­wechsel nach Zürich. Die Stimmung war damals aufgrund der „Überfremdung“ Ausländern gegenüber nicht sehr positiv.

In Zürich wurde von Slawik sodann vom Nachrichtendienst der Polizei befragt. Seine Antworten auf eventuelle Spionagetä­tig­keiten waren stereotyp, aber nicht beweisbar, dass sie falsch wa­ren. „Kenne Leute der polnischen Botschaft besser als die der rumänischen“ aufgrund seines Leibfuxen, oder „wenn ich gele­gentlich was vernehme, gebe ich es an Freunde weiter“. Seine häufigen Auslandsreisen nach Frankreich, Belgien und Ungarn brachte er in Zusammenhang mit Portrait-Malereien.[88] Wichtig war es den Polizisten nachzuweisen, dass er gegen Auflagen des Ausländer- und Niederlassungsgesetzes verstossen hätte, z. B. durch Arbeiten. Die Bundesanwaltschaft fand aber seine Tätig­keiten nicht beunruhigend, denn man unternahm nichts.[89] Die Ausweisung selber konnte er im Herbst 1939 hingegen nicht ver­meiden.

Mit dem Auffliegen der Widerstandsgruppe Burian und den wei­teren Verhaftungen und Verfolgungen von Ottonen war für Othmar von Slawik der Kampf nicht beendet. Gemäss seinem Motto „militärische Unterhöhlung“ trat er am 17. Januar 1942 unter falschem Namen in die deutsche Wehrmacht (Dienststelle des O.K.W. Amt Ausland Abwehr III)[90] ein. Er verwendete die gleichen Initialen „OS“, Vorname Otto. Damit betrieb er Gegen­spionage. Stationiert war er im Raum Gardasee/Triest.[91]

Nach dem Kriege, in kurzer [92] englischer Kriegsgefan­genschaft, blieb von Slawik zunächst in Triest.[93] Ab 1945 unter­stand er ausdrücklich der Schutzmacht von Schweden.[94] 1946 verzichtete er wegen des kommunistischen Regimes, das alle „deutschen“ Grundbesitzer enteignet hatte, auf seine rumäni­sche Staatsbürgerschaft – er war nun staatenlos.[95]

So, wie Slawik entwurzelt war, erging es auch seinem Corps Ottonen. Nach dem Krieg, also 1945, wurde ausdrücklich davon ab­ge­sehen, dass Corps zu reaktivieren.[96] Einige Ottonen versuchten 1948 mit anderen ehemaligen Angehörigen von W.-S.-C.-Corps als Corps Ostarrichi (schwarz-gold-grün mit grüner Kappe; un­politisch) in den Wiener S. C. einzutreten. Man wurde abgewie­sen. 1960 löste man das Corps auf, höchstwahrscheinlich ohne je eine Aktivitas gehabt zu haben.[97] 1978 gründete Ludwig Krausz-Wienner die „Ehemalige Wi­derstandsgruppe des Corps Ottonen“, die sich 1985 in „Alt-Herren-Verband des Corps Ottonen“ umbenannte. Am 9. No­vember 1992 wurde der Verein aufgelöst.[98]

Othmar Alfred von Slawik blieb zeitlebens Legitimist. Etwa 1950 wechselte er nach Turin. Dort schien er jedenfalls in jenem Jahr als Handelsvertreter auf.[99] 1953 meldete er sich das erste Mal nach dem Ende von Krieg und Diktatur bei seinen Rodensteinern, und zwar wieder aus Tu­rin. 1954 trat er schließlich bei den Rodensteinern aus.[100] Er gründete eine zweite Familie und hatte zwei Kinder; 1956 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft.[101] Kurz vor seinem Tod, 1980, hat er durch Vermittlung des Autors dieses Artikels wieder einen Kontakt mit einem der letzten Ottonen, Ludwig Krausz-Wienner, erhalten. Der Kontakt Slawiks zu Otto von Habsburg ist dagegen nie abgerissen. Das letzte Mal besuchte er ihn im Jahre 1980 in München.

Am 27. Februar 1988 ist Othmar Alfred von Slawik dann ver­storben.[102] Damit schloss sich gewissermaßen ein Kreis – aber das, was alle Beteiligten im Bezug auf Österreich erhofft hatten, war und blieb unerfüllbar.


[1]       Görlich, Ernst Joseph / Romanik, Felix, Geschichte Österreichs, 2. Aufl. Wien 1997, S. 504 – 506; s. a. Schärf, Adolf, Die Entwicklung der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, in: Exner, Wilhelm, 10 Jahre Wiederaufbau, Republik Österreich, Wien 1928, S. 18; Odehnal, Franz, Die Wiederaufbauarbeit der Christlich-Sozia­len Partei, in: ebd. S. 16.

[2]       Platzer, Peter, Die Monarchie in Österreich, Seminararbeit an der jur. Fakultät der Universität Bern, 1977, S. 5 – 9; Mosser, Ingrid, Der Legitimismus und die Frage der Habsburgerrestauration in der innenpolitischen Zielsetzung des autoritä­ren Regimes in Österreich (1933 – 1938), Diss. phil. Uni Wien 1979, S. 17 – 19.

[3]       Wagner, Friedrich, Der Legitimismus von 1918 – 1938, seine Politik und Publi­zis­tik, Diss. phil. Uni Wien 1956, S. 26; Neuhäuser, Stephan, Der österreichi­sche Legitimismus in der ersten Republik (1918 – 1938) unter besonderer Berücksich­ti­gung seiner Organisation, Diplomarbeit phil. Fak. Uni Wien 1991, S. 28 – 31.

[4]       Baron Werkmann war Mitglied des Corps Wikinger, Erwin Drahowzal war (früher) Mitgründer der Wasgonia, Mitgründer der Ottonen, Mitglied bei Karolinger Wien und Danubia Graz, später Corps Amelungia Wien.

[5]       Neuhäuser, Der österreichische Legitimismus, S. 28.

[6]       Schagerl, Brigitte, Friedrich Ritter von Wiesner, Diss. phil. Uni Wien 2012, S. 127 – 136; Welan, Manfried / Wohnout, Helmut, Hans-Karl Zessner-Spit­zenberg – einer der ersten toten Österreicher in Dachau, in: Dokumentationsar­chiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.), Festschrift für Brigitte Bailer, Wien 2012, S. 24.

[7]       Prinz Liechtenstein war AH des Corps Palao-Austria, Graf Dankl war Gra­zer Danube, Freiherr von der Wense gehörte dem Wiener Corps Wasgonia an, Friedrich von Wiesner trug das Band der KÖL Starhemberg, Zessner-Spitzenberg dasjenige der KÖL Maximiliana.

[8]       Neuhäuser, Der österreichische Legitimismus, S. 17.

[9]       So bei: Wagner, Der Legitimismus von 1918 – 1938, S. 333 – 334.

[10]     Görlich / Romanik, Geschichte Österreichs, S. 507 – 510; Bauer, Rolf, Österreich. Ein Jahrtausend Geschichte im Herzen Europas, München 1980, S. 382 – 383.

[11]     Alle legitimistisch gesinnten Verbindungen führten Gold und Schwarz in ihren Farben; generell stellen sich die Fakten zu den legitimistischen Verbindungen und Corps aufgrund neu erschlossener Quellen heute etwas anders dar, siehe dazu: Platzer, Peter, Die legitimistischen Corps in Wien, in: Einst und Jetzt, 2022 (in Druck).

[12]     Rabe, Walter, Die kaisertreuen Corps in der Ersten Republik, in: Einst und Jetzt, 1978, S. 11 – 47.

[13]     Konservativ ist in Österreich die Bezeichnung für schlagend.

[14]     Plaschko, Karl / Wirth, Gottfried, Beiträge zur Geschichte des Bundes der kath.-österr. Landsmannschaften und seiner Korporation bis 1938, in: Beiträge zur österr. Studentengeschichte 4, Wien 1978, S. 51 – 70; auch die kath. Mitglie­der des akad. Vereins «Alt-Österreich» sollen bei deren Umwandlung in das Corps Palaio-Austria zur Maximiliana gegangen sein, Krause, Peter, Studiosus Austriacus, Wien 2007, S. 252.

[15]     Braun, Otto R., Von Akropolis zu Ostarrichi, Wien 1995, S. 7 – 8; ebenso Krau­se, Studiosus Austriacus, S. 252. Nach der Fusion mit der Verbindung Akro­polis 1923 änderte man die Farben auf schwarz-weiss-gold.

[16]     Dieter Scheiner, Corps Danubia, Beiträge zur Corpsgeschichte, Graz 2016.

[17]     Die Vereinsakten der Bundeslandespolizeidirektion Wien sind leider, wie man in Österreich so schön sagt, skartiert worden oder in Verstoss geraten. Nach dem bis in das Jahr 1867 zurückgehenden österreichischen Vereinsge­setz kann ein Verein seine Tätigkeit erst dann aufnehmen, wenn seine Bil­dung von der Vereinsbehörde nicht untersagt wird. Er muss dann jeweils seine Vorstandsmitglieder melden.

[18]     Lebensläufe: siehe Prosl, Christian, Tödliche Romantik, Das legitimistische akademische Corps «Ottonen», in: Österreichischer Verein für Studentenge­schichte (Hrsg.), Tradition und Zukunft 12, Wien 2008, S. 39 – 53; Molden, Otto, Der Ruf des Gewissens, Der österreichische Freiheitskampf 1938 – 1945, Wien 1954, S. 60. Kozurik war aber noch 1923 FM der Wasgonia, auf der Mitgliederliste von 1927 (Universitätsarchiv Wien S 164.211) figuriert er noch als AH und die Ottonen vermeldeten ihn am 22. Oktober 1933 als Neuaufnahme als aktiver Corpsbursche, ehemals Akademisches Corps Wasgonia.

[19]     Prosl, Tödliche Romantik, S. 30 – 31.

[20]     Gesamthaft sechs Partien; Rabe, Die kaisertreuen Corps, S. 25.

[21]     Siehe hierzu Scheiner, Corps Danubia, S. 60, 35.

[22]     Rabe, Die kaisertreuen Corps, S. 36; gemäss dem Budenbuch der Woelsungen, im Privatbesitz von Prof. Friedrich Chlebecek, setzte das Corps ihre Grün­dung auf 1918 und bestand noch im SS 1938, wobei die Chargen besetzt waren und Legitimisten anwesend waren (Abschiedskneipe 20. April 1938).

[23]     Ein Nachweis, dass dieses Corps wirklich dem WSC angehörte, gibt es nicht. Bei legitimistischen Veranstaltungen war es praktisch nicht dabei. Die Ottonen haben scheinbar auch nie Mensuren gegen sie gefochten.

[24]     Prosl, Tödliche Romantik, S. 58 – 65, 71; Klein, Willy, Abenteurer wider Willen, Erinnerungen eines Angehörigen des Akademischen Corps Ottonen, in: Österrei­chischer Verein für Studentenge­schichte (Hrsg.), Tradition und Zukunft 9, Wien 2006, S. 34 – 35; Scheiner, Corps Danubia, S. 297 – 300. Die Ottonen er­klärten sich im Dezember 1923 konservativ, schlugen die ersten Mensuren aber im Mai 1923.

[25]     Prosl, Tödliche Romantik, S. 60 – 61, 73.

[26]     Hein, Robert, Liberale Corps und Burschenschaften in Wien, in: Österrei­chischer Verein für Studentenge­schichte (Hrsg.), Beiträge zur österr. Studentengeschich­te 4, Wien 1978, S. 33, s. a. dort Anm. 51.

[27]     Klein, Abenteurer wider Willen, S. 75.

[28]     Klein, Abenteurer wider Willen, S. 73 – 74; Prosl, Tödliche Romantik, S. 106; Ko­sak war kein Ottone, aber musste Verkehrsgast gewesen sein, sonst hätte er nicht am ausserordentlichen Convent teilnehmen können.

[29]     Molden, Der Ruf des Gewissens, S. 62.

[30]     Klein, Abenteurer wider Willen, S. 80 – 121.

[31]     Molden, Der Ruf des Gewissens, S. 61.

[32]     Vom Schriftsteller Wilhelm von Hebra gegründet.

[33]     Prosl (wie Anm. 18), S. 106 – 109; Volksgerichtsurteil vom 7., 8., und 9. De­zember 1943 (8J324/39g; 5H110/43) im Dokumentationsarchiv des öster­rei­chischen Widerstandes (DÖW) Akt 04150/B, S. 17-20, 24-27.

[34]     Prosl, Tödliche Romantik, S. 107; vgl. auch: Julius Kretschmer, Hunderte solcher Flug­blätter, http://www.doew.at/erinnern/biographien/erzaehltegeschichte/
widerstand-1938-1945/julius-kretschmer-hunderte-solcher-flugzettel, abge­rufen am 5. August 2019.

[35]     Anklageschrift vom 29. Oktober 1940 (8J324/39g) im DÖW Akt 4150/A, S. 59. Die Idee kam von Karl Friediger, dem Bevollmächtigen von Otto von Habs­burg für die Tschechoslowakei und gleichzeitig Mitarbeiter des polnischen Geheimdienstes. Der Familie von Karl Friediger hatte das Hotel Metropol vor der Enteignung gehört. Er besass daher die Pläne des Hauses.

[36]     Klein, Abenteurer wider Willen, S. 34 – 35, 71.

[37]     Ebd., S. 114, 89; Kretschmer, Hunderte solcher Flugblätter; Anklageschrift (wie Anm. 38) S. 45.

[38]     Volksgerichtsurteil (wie Anm. 36) S. 2 – 3.

[39]     Prosl von Chodelbach, Christian, Karl Burian und das Corps Ottonen, in: Sig­ler, Sebastian, Corpsstudenten im Widerstand gegen Hitler, Berlin 2015, S. 390.

[40]     Prosl, Burian, S. 391.

[41]     In einigen Schriftstücken wird der Name von Slawik mit v. geschrieben, in dem Adressbuch von Czernowitz von 1927 heisst der Name Slavic. In den offiziellen Papieren (Einwohnerämter, Unimatrikeln) taucht immer Slawik auf. Die offiziellen Papiere müssen bis gut 1945 das «von» nicht geführt haben. Im Mitgliederverzeichnis der Rodensteiner Fribourg scheint er als Ritter auf. In Papieren aus der Italienzeit taucht sogar Baron auf. Gemäss Stammbaum gehört Slawik zum polnischen Adelsverband der Grabie, die als Wappen eine aufrechtstehende Harke (Rechen) mit sieben Zinken auf goldenem Felde auf einem grünen Dreihügel führen. Der Adelstitel wurde von Josef II. bei der Übernahme durch die Österreicher anerkannt und das «von» verliehen. Freundliche Mitteilung von Georg von Slawik vom 29. Juli 2019 samt Stammbaum.

[42]     Adressverzeichnis 1927, zusätzlich mit Vorname Ilarion, http://czernowitz.
blogspot.com/2010/11/directory-for-czernowitz-for-year-1927.html, abgeru­fen am 5. August 2019.

[43]     Adressverzeichnis 1936, http://czernowitz.blogspot.com/2010/02/adress­book-for-czernowitz-for-year.html, abge­rufen am 5. August 2019. Der Vater war indessen schon 1933 ver­storben.

[44]     Der Vater hatte für die rumänische Staatsbürgerschaft optiert, nicht für die österreichische, da die Familiengrundstücke 1918 auf rumänisches Gebiet zu liegen kamen (Schweizerisches Bundesarchiv (BAR) C.16-01039P. Polizei­rapport (-protokoll) der Befragung vom 22. August 1939 von OvS).

[45]     BAR C.16-01039P, Polizeirapport (-protokoll) vom 22. August 1939 der Be­fragung von OvS.

[46]     Freundliche Mitteilung von Regina Zodl, Universitätsarchiv Wien vom 13. März 2019.

[47]     Mitteilung Stadtarchiv Wien vom 26. Juni 2019.

[48]     Schreiben von Erwin Drahowzal vom 4. Dezember 1929, im Privatbesitz von Dr. Christian Prosl. Kretschmer kommt von den Wikingern, was zeigt, dass dort die Umwälzungen schon stattfanden, Suschko von der Ostmarkia, einer Wiener legitimistischen Pennalie.

[49]     Scheiner, Corps Danubia, S. 297.

[50]     Gemäss seinen eigenen Aussagen gegenüber den Rodensteinern. Freundli­che Mitteilung von Dr. Martin Haas vom 11. Juni 1998.

[51]     Der Österreicher. Organ des Reichsbundes der Österreicher, Folge 3, 28. März 1931, S. 8. Er gab seinen Wohnsitz in Wien am 15. Januar 1931 auf, war aber in der Stadt Fribourg schon am 14. November 1930 angemeldet. Freundliche Mitteilung von Sonja Fontana, Einwohnerkontrolle Fribourg vom 30. Juli 2019.

[52]     Klein, Abenteurer wider Willen, S. 70 – 74.

[53]     Freundliche Mitteilung von Christine Fracheboud, Universitätsarchiv Fri­bourg vom 7. Juli 1998 und 23. Juli 2019.

[54]     Freundliche Mitteilung von Dr. Martin Haas vom 11. Juni 1998 und 8. Juli 2019.

[55]     Freundliche Mitteilung von Dr. Martin Haas vom 8. Juli 2019.

[56]     Richter, Max, Geschichte der Rodensteiner, 1948, S. 91.

[57]     Freundliche Mitteilung von Dr. Martin Haas vom 6. April 2019.

[58]     Gedruckt 1937 in Cernauti bei Emil Kanarski. Als Wohnort/Heimatort scheint Cacina auf.

[59]     Aus dem Grunde trat er am 12. Mai 1932 bei den Rodensteinern aus, um nach der «Legalisierung» am 27. Oktober 1932 wieder einzutreten. Diese Ehrbegriffe sind heute fremd.

[60]     Geb. 29. September 1912. Mitteilung Einwohnerdienste/Stadtarchiv vom 11. Juni 2019.

[61]     Gemäss Zivilstandsregister Solothurn vom 23. August 2919. Heimatort war Cacica gemäss Nationalitätenausweis vom August 1925, ausgestellt durch Gemeinde Cacica.

[62]     Mitteilung Einwohnerdienste Solothurn/Stadtarchiv vom 11. Juni 2019.

[63]     Mitteilung Personenmeldeamt der Stadt Zürich vom 20. Juni 2019. Ein Ge­such um Aufenthaltsbewilligung wurde abgewiesen (BAR C.16-01039P. Po­lizeibericht 2. September 1939).

[64]     Rodensteinerzeitung Nr. 24, 1934, S. 7. In Fribourg meldete sich Slawik am 13. Dezember 1935 ab.

[65]     Mitteilung Stadtarchiv Wien vom 26. Juni 2019.

[66]     Mitteilung Stadtarchiv Wien vom 26. Juni 2019.

[67]     In der 1937 gedruckten Dissertation wird als Heimatort/Wohnort Cacica an­gegeben.

[68]     Freundliche Mitteilung von Dr. Martin Haas vom 11. Juni 1998.

[69]     Studentica Helvetica, Folge 72, S. 44.

[70]     Genaueres bleibt noch offen. Der Nachlass von Dr. Otto von Habsburg ist noch nicht zugänglich. Freundliche Mitteilung von Rainhard Kloucek, Generalsekretär der Paneuropabewegung Österreich vom 5. Juli 2019.

[71]     Prosl, Tödliche Romantik, S. 109; Volksgerichtsurteil (wie Anm. 36), S. 11.

[72]     Er besass Anteile an zwei Häusern in Czernowitz.

[73]     Der am 14. September und nochmals am 5. Oktober 1938 Geld überbrachte. Volksgerichtsurteil (Anm. 36) S. 12, 21.

[74]     Deckname von Burian

[75]     Deckname von von Slawik. Es handelt sich um Bertha Mohni (mit H), die bei der Familie Isch Haushaltshilfe war. Freundliche Mitteilung von Rapha­el Spahr, Stadtarchiv Solothurn vom 23. Juli 2019.

[76]     Er musste München sehr fluchtartig verlassen (BAR C.16-010397P. Polizei­bericht 13. August 1939). Ob das mit der Flucht von Willy Klein zu tun hat, ist nicht klar. Jedenfalls ab dann ging er nach oder kam von Rumänien nur über Italien.

[77]     Petit = Klein Willy

[78]     Baldi = Balder ist der Verbindungsname von Erwin Drahowzal.

[79]     Koimtzoglou, griechischer Botschafter in Wien.

[80]     Volksgerichtsurteil (wie Anm. 36), S. 12.

[81]     Damit ist Josef Materna – der Verräter – gemeint.

[82]     Das ist der Agentenname des polnischen Gesandten Gabrynowicz. Auf An­frage teilte die polnische Botschaft in Bern mit, dass nichts «Interessantes» vorhanden sei. Mitteilung von Jędrzej Uszyński Counselor vom 5. August 2019.

[83]     An dieser Stelle folgen elf detaillierte Aufgaben von Datenbeschaffungen von Truppen in Österreich, Organisationsstrukturen des Militärs, Mobili­sationspläne etc.

[84]     «Kaiser und Reich», der Wahlspruch des Corps Ottonen.

[85]     Volksgerichtsurteil (wie Anm. 36), S. 21 – 24.

[86]     Volksgerichtsurteil (wie Anm. 36), S. 12. Für von Slawik war dies eine Zweckgemeinschaft aufgrund des gleichen Zieles. Die echten Namen hinter den Decknamen wurden nie bekanntgegeben, bzw. falsche angegeben. An­klageschrift (wie Anm. 38), S. 27.

[87]     Volksgerichtsurteil (wie Anm. 36), S. 12.

[88]     Othmar von Slawik war ein begnadeter Zeichner und Maler. Er hat diverse Portraits, auch innerhalb der Rodensteiner gemalt.

[89]     Siehe hierzu BAR C.16-01039P; Rapport B. Hagmann Solothurn, 13. August 1939, 20. März 1939; Rapport Zürich 2. September 1939, 22. August 1939 (Befragung).

[90]     Freundliche Mitteilung von Dr. Simon Hessdörfer, Politisches Archiv des Auswärtigen Amts vom 20. August 2019 aufgrund von Angaben von Oth­mar von Slawik in seinem Einbürgerungsakt. Das Militärarchiv in Freiburg in Breisgau konnte leider hier nicht weiterhelfen.

[91]     Freundliche Mitteilung von Georg von Slawik (Sohn) vom 16. Juli 2019. An den Nachnamen kann er sich nicht mehr erinnern. Die Existenz von solchen U-Booten war ein Weg des Widerstandskampfes und des Nachrichtendiens­tes für fremde Staaten wie Schweiz, USA und Frankreich, s. h. Molden, Fritz, Fepolinski & Waschlapski auf dem berstenden Stern, Wien 1976, S. 269 – 271, zum Ganzen S. 241 – 367. Von Slawik dürfte mit dem polnischen Ge­heimdienst der Exilregierung zusammengearbeitet haben.

[92]     Da er nachweisen konnte, dass er gegen Deutschland gearbeitet hatte, wur­de er vorzeitig entlassen.

[93]     Carta d’identità der Kommune Triest (ohne Datum, ca. 1945), im Privat­besitz von Georg von Slawik.

[94]     Certificato d’identità vom 18. Juni 1945 vom Schwedischen Konsul in Mai­land, im Privatbesitz von Georg von Slawik. Es gab in Mailand im schwe­dischen Konsulat eine eigene Sektion für rumänische Interessen.

[95]     BAR C16-01039P; 13. Oktober 1950 Einreisegesuch/-bewilligung.

[96]     Chlebecek, Friedrich, KÖML Tegetthoff und KÖL Carolina – eine erstaunliche gemeinsame Geschichte, in: Gatscher-Riedl, Gregor, Dem Glauben Treu, dem Kaiser und dem Lande, Festschrift des KÖL, Wien 2013, S. 102; Ludwig Krausz-Wienner hat es 1976, als einige junge Leute bereit gewesen wären das Corps zu reaktivieren, strikt abgelehnt.

[97]     Hein, Liberale Corps, S. 34; Rabe, Die kaisertreuen Corps, S. 38; ein später auf­tauchendes Corps Ostarrichi, das teilweise Rechte geltend machte wollte, gehört in die Fabelwelt eines Otto Braun.

[98]     Prosl, Tödliche Romantik, S. 143; ein heutiges Corps Ottonen, das Tradition und Gründungsdatum auf das legitimistische zurückführt, hat damit nichts zu tun. Es handelt sich um eine 1992 gegründete Studentenverbindung Ot­tonia, die später in Usurpation machte. Ähnlich erging es auch dem Corps Wasgonia, das heute in Bonn dümpelt.

[99]     Camera di commercio di Torino (Hrsg.), Cronache Economiche, Nr. 76, 28. Fe­bruar 1950, Via palmieri 25; 1952 in der Via Roma 366, mit dem Zusatz Maschinenindustrie, Nr. 117, September 1952. Er war Handelsvertreter für die Firmen Bühler, Uzwil, Frisch, Rebstein und Gressel, Aadorf. BAR C16-01039P. Einreisbewilligung 1951.

[100]    Die Gründe sind nicht bekannt, zu Dr. Max Richter einem der grossen Pro­tagonisten der Rodensteiner hatte er weiterhin Kontakt. Von Slawik hatte auch für die «Geschichte der schlagenden Korporationen der Schweiz» von Max Richter 1935 die Verbindungswappen gezeichnet.

[101]    Einbürgerungsurkunde vom 13. Oktober 1956, unterschrieben vom Polizei­präsidenten Berlins Dr. Stumm, ausgehändigt vom deutschen Konsul in Mailand, im Privatbesitz von Georg von Slawik.

[102]    Freundliche Mitteilung von Georg von Slawik (Sohn) vom 16. Juli 2019.

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