Theodor Herzl: Prof. Seewanns Werk jetzt mit 50 Prozent Rabatt – nur bei uns

Als Vater des politischen Zionismus ist er weltweit bekannt: Theodor Herzl. Professor Harald Seewann, der Grazer Studentenhistoriker, macht Herzls Zugehörigkeit zur jüdischen Verbindung Kadimah Wien bekannt, und er belegt überdies, wie sehr Herzl zur Welt der Korporationen insgesamt gehört. „Theodor Herzl und die akademische Jugend“ – dieser Band, bereits 1998 erschienen, ist immer noch aktuell. Deswegen startet der AKSt in Zusammenarbeit mit dem Autor hier eine Sonderverkaufsaktion. Für zehn Euro – statt 20 Euro – plus Porto ist Harald Seewanns Dokumentation der Herzl’schen Liebe zum Korporationswesen jetzt erhältlich.

Bilder und Dokumente: Harald Seewann konnte eine erstaunlich umfangreiche Dokumentation zusammentragen.

Lange Jahre lebte der aus Budapest stammende Herzl assimiliert in Wien, er war zunächst als Rechtsanwalt und dann als Publizist tätig. Durch seine Mitgliedschaft in der Burschenschaft Albia ist sein Assimilations- und Aufstiegswille dokumentiert. Doch Herzl sah offenkundig ein, daß ihm die vollständige Aufnahme in die bürgerlichen Gesellschaften Europas versperrt bleiben würde. Den Wendepunkt hin zu einem fiktionalen Schriftsteller, der sich ein Land für die Juden aus allen Ländern ausmalte, mithin zum höchst wirksamen und wirkmächtigen Zionisten markiert dabei seine Begegnung mit Mitgliedern der jüdisch-akademischen Verbindung Kadimah Wien. Durch seine Mitgliedschaft in der Wiener Burschenschaft Albia wusste er um den Zauber und den Reiz des Verbindungswesens, auch wenn er dort 1883 wegen antisemitischer Ausfälle ausgetreten war. Harald Seewann untermalt und erklärt diese so faszinierende wie wechselvolle Beziehung in seinem aus Text, Bilder und faksimilierten Band „Theodor Herzl und die akademische Jugend“ gültig und vollständig, Mag. Silvana Ogrilia schreibt im „Likud Österreich“ von einer „einwandfreien, reichhaltigen Dokumentation“.

Schlichter Band, gewichtiger Inhalt: Harald Seewanns Herzl-Dokumentation

Herzl selbst war er zu Beginn seines Jurastudiums in Wien sehr engagiert als Verbindunggstudent. 1879 trat er der „Akademischen Lesehalle“ bei, einem studentischen Bildungsverein, in dem das liberale Gedankengut gepflegt wurde. Hier organisierte er Diskussionen und literarische Abende. Zum Wintersemester 1880/81 wechselte er zur akademische Burschenschaft Albia. Es ging ihm, wie aus den Quellen durchaus erkennbar wird, um die deutschnationale Tendenz, das Interesse an der Kultur, aber eben auch das Elitebewußtsein. Zugleich pflegte er auch eine Mitgliedschaft im „Turnverein der Wiener Hochschulen“, in dem nicht nur Leibesübungen, sondern auch den radikalen Nationalismus des „Turnvaters“ Jahn zur Tagesordnung gehörten. Johann Hinrich Claussen entdeckt in seiner Rezension in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung weitere Details: „Herzls nationalistische Ausrichtung dokumentiert auch das einzige Photo seiner Zeit in der Burschenschaft. Es wurde nach seiner ersten und einzigen Mensur aufgenommen. Herzl trägt dabei eine Kornblume im Knopfloch. Die Lieblingsblume Kaiser Wilhelms I. war Erkennungszeichen der deutschnationalen Österreicher.“ Derlei Beobachtungen sind von Bedeutung, wenn in Betracht gezogen wird, daß sich am Vorabend der Shoa rund 80 Prozent aller Juden weltweit zur mitteleuropäischen Kultur und zur deutschen Sprache bekannten, wobei dies vor rund 100 Jahren noch für weite Teile des östlichen Mitteleuropas gelten kann.

Herzl pflegte trotz seines Austriites bei Albia mit einigen Mitgliedern dieses Bundes weiterhin gute Kontakte. Zu einem wirklichen politischen Umdenken kam es erst durch Dreyfusprozeß in Frankreich. Nun propagierte er einen eigenen jüdischen Nationalismus. Am 14. Februar 1896 erschien schließlich seine Programmschrift „Der Judenstaat“ in einer Erstauflage von 3.000 Exemplaren. Sofort war man bei der A.V. Kadimah Wien voll höchster Begeisterung – Herzl wurde, zunächst zu seiner eigenen Überraschung, zum Held der akademisch-jüdischen Jugend. Sein ungebrochenes, starkes Interesse an der Welt der Korporationen ermöglichte es ihm jedoch sofort, in den aufkommenden jüdischen Verbindungen die idealen Rezipienten für seine Idee eines Judenstaates zu sehen.

Erster Zionistenkongreß, Basel, 29. August 1897

Geistig bereits an der Spitze der zionistischen Bewegung stehend wurde Herzl nun aufgefordert, der akademischen Jugend jüdischen Glaubens eine konkrete neue Welt zu erschließen. Der Zionismus wurde damit erst zu einer politischen Kraft. Herzls begeisterten Anhänger kamen zunächst aus der Kadimah Wien, dann aus den schnell immer zahlreicher werdenden jüdischen Verbindungen. Bereits im Spätsommer 1897 gipfelte diese Symbiose im wesentlich durch aktive jüdische Korporierte aus Brünn und Wien mitorganiserten Ersten Zionistenkongreß in Basel. Harald Seewann kann all das mit einer Fülle von Quellen, die er dem Band faksimiliert beigibt, eindrücklich nachweisen, von denen ein großer Teil aus „Central Zionist Archiv“ in Jerusalem stammt. Theodor Herzl, der große Zionist, war von seiner Prägung her eine begeisterter Korporierter – und er blieb es sein Leben lang, wie die lange Reihe seiner Korrespondenzen mit diversen jüdischen Verbindungen belegt. Als er 1904 mit nur 44 Jahren starb, hielten jüdische Studenten der Verbindungen Kadimah, der Ivria oder der Makkabaea die Ehrenwache für den aufgebahrten Toten.

Theodor Herzl in Basel auf einem Balkon des Hotels Drei Könige“ , 1901 photographiert von Ephraim Moses Lilien.

Diesen Band hat Harald Seewann bereits 1998 vorgelegt. Er aber von seiner Aktualität nichts eingebüßt. Klar ist die Gliederung. Auf 31 Seiten wird zunächst Herzls Leben aufgefächert, eine Vielzahl von Quellenangaben ergänzt diesen Teil. Nach umfangreichen Handreichungen zur Recherche, darunter einer Bibliographie, folgen 128 höchst eindrucksvolle Seiten mit Bildern und Faksimiles. Für zehn Euro plus Porto kann der Band beim Autor unter Bezugnahme auf diese Webseite bezogen werden, auch hier werden Bestellungen gerne angenommen. Natürlich ist die Aktion weder gewinnorientiert noch annähernd kostendeckend, es handelt sich um einen Beitrag zu den weit höheren Produktionskosten. Bitte melden Sie Ihr Interesse über die Kommentarfunktion oder unter akst@sebastiansigler.de an oder schreiben Sie direkt an Harald Seewann unter c.h.seewann@aon.at oder an die Resselgasse 26 in A-8020 Graz.

Harald Seewann, „Theodor Herzl und die akademische Jugend. Eine Quellensammlung über die Bezüge Herzls zum Korporationsstudententum“, Historia Academica Judaica Folge 6, Eigenverlag, Graz 1998

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