IX. europäische Studentenhistorikertagung nur virtuell und nur am 16. Oktober 2021

Nur virtuell, keinerlei persönliche Zusammenkünfte, das Rahmenprogramm drastisch gekürzt. Leider müssen wir im Auftrag unserer österreichischen Freunde bekanntgeben, daß die IX. europäische Studentenhistorikertagung nur als Schaltkonferenz stattfindet. Die Einwahldaten nennen wir hier.

Die Vorträge werden aufgezeichnet und in einem Tagungsband dokumentiert. Das wissenschaftliche Programm bleibt bis auf eine Position unverändert, die praktischen Erkundungen fallen aber leider weg. Die Studentenhistoriker müssen damit auf das Konzert, den Heurigenbesuch und den Stadtrundgang mit Spezialführung im Stefansdom, wo die Depositionskritzeleien besichtigt werden sollten, komplett verzichten. Die Bieroper wird immerhin als Film am Sonnabend die Tagung abschließen. Die Gesamtveranstaltung findet unbeschadet der Verlegung in den virtuellen Raum als 23. österreichische, die 27. schweizerische und 81. deutsche Studentenhistorikertagung statt.

Teilnahme an der 9. gemeinsamen zugleich 23. österreichischen, 81. deutschen und 27. schweizerischen Studentenhistorikertagung Online

Link zur Tagung in Wien

Das neue PROGRAMM für die Tagung in WIEN

Sonnabend, 16. Oktober 2021, 9 h.m.c.t.: Tagung

Tagungsort: online

Mag. Martin Haidinger, MKV: Unseren Haß könnt ihr haben! – Die farbentragende Gesellschaft und ihre Feinde

Prof Raimund Lang, ÖCV, MKV: N.N. (Thema wird nachgereicht)

Prof. Dr. Roland Gehrke, CC: Theodor Körner als Korporierter und „Kriegssänger“ – Zur Rezeptionsgeschichte einer umstrittenen Persönlichkeit

Dr. Gerhart Berger, B!: Krach, Krakeele und Krawall – Studentenunruhen in Heidelberg von den Anfängen bis ins 20. Jahrhundert 

Dr. med. vet. Jürg Eitel, SchwStV: Veterinäre als Couleurstudenten – Die gesellschaftliche Stellung der Schweizer Tierärzte am Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts

Dr. Gregor Gatscher-Riedl: Von Habsburg zu Herzl

Kontakt: oevfstg@aon.at

Der – nunmehr virtuelle – Tagungsort

Die Universität Wien wurde 1365 von Rudolf II. gegründet, der es seinem Schwiegervater Karl IV. gleichtun wollte, der bereits in Prag 1348 eine Universität installiert hatte. In Wien besteht damit heute die älteste Universität des deutschen Sprachraumes.

Carl Vasquez: Die Alte Universität in Wien um 1830, Quelle: Wien Geschichte Wiki, Lizenz: CC BY-NC-ND 4.0

Der Hauptteil der Tagung hätte auf ebendiesem historischem Boden stattfinden sollen, im alten Universitätsviertel. Dessen Zentrum ist der Dr.-Ignaz-Seipel-Platz, seit 1949 so benannt, vorher hieß er Jesuiten- und nach der Ordensaufhebung Universitätsplatz. Seipel (1876 – 1932) war Priester und Universitätsprofessor, vor allem aber in der 1. Republik Politiker, Minister und Bundeskanzler und Ehrenmitglied mehrerer katholischen Korporationen.

Als Gegenleistung für die Übergabe der theologischen und der philosophischen Fakultät der Universität an den Jesuitenorden durch Ferdinand II.; 1623 übernahm der Orden den Bau eines neuen Universitätsgebäudes und einer Universitätskirche. Rund um den Platz wurden zahlreiche schon früher Universitätszwecken gewidmete und weitere zugekaufte Gebäude abgerissen. Es entstand ein neues Ensemble.

Zu linker Hand wurden die schola philosophica und die Universitätsbibliothek errichtet, 1753 mußten sie dem prächtigen Barockbau der „Neuen Aula“ weichen. Hier hatte bei der Revolution 1848 die Akademischen Legion ihr Hauptquartier. Seit 1857 ist das Gebäude Sitz der Akademie der Wissenschaften, nur der Festsaal wurde weiter von der Universität benützt, zum Beispiel für Promotionen. Seit 1884, dem Bezug des neuen Gebäudes am Ring, wird es „Alte Universität“ genannt.

Die Stirnseite des Platzes nimmt die 1631 eingeweihte Jesuitenkirche ein, auch Universitätskirche genannt, errichtet an Stelle einer Kapelle und einer Burse. Sie erhielt ihre heutige Gestalt von 1703 bis 1707 und ist besonders durch ihre Scheinarchitektur im Inneren bekannt. Hier fand auch am 17. März 1848 die große Leichenfeier für die 15 Gefallenen der Akademischen Legion statt.

Zur rechten Hand steht, unmittelbar an die Kirche anschließend, das ab 1622 errichtete Jesuitenkollegium. Es beherbergte bis 1866 auch das Akademische Gymnasium. Franz Schubert war hier Schüler. In einem Trakt dieses weitläufigen Gebäudes findet auch unsere Tagung statt. Der Eingang dazu ist genau rechts in der Ecke neben der Kirche. Ein Heuriger als Wiener Spezialität steht als Ausklang am Ende der Tagung. Kaiser Josef II. gestattete den Weinbauern, ihre Produkte ohne Gasthauskonzession in rustikaler Atmosphäre zu verkaufen, seit dem Biedermeier oft auch mit Musik und Gesang. In und um Wien gibt es zahlreiche Heurigenorte. Auch uns wird ein Ensemble sowohl mit wienerischen als auch studentischen Weisen unterhalten.

Die 82. deutsche Studentenhistorikertagung findet vom 21. bis 23. Oktober 2022 in Würzburg statt.

Es wird auf jeden Fall eine Präsenzveranstaltung und eine Zoom-Konferenz parallel geben. Mögliche Begrenzungen wegen lästiger Viren werden eingehalten, aber wer mölchte, ist 2022 in Würzburg willkommen.

Beitragsbild: Rudolf Ritter von Alt, Der Stephansdom vom Stock-im-Eisen-Platz aus, 1832, heute zu bewundern im oberen Belvedere in Wien. Abdruck gemeinfrei.

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